04.01.2010 | Schwäbische Zeitung
Die Tante aus Amerika sorgt ordentlich für Verwirrung
Gerade noch einmal gut gegangen: Tante Barbara aus Amerika verzeiht Opa Hans seine unglaublichen L�gengeschichten.
(Wald/sz) Seit über 30 Jahren garantiert die Theatergruppe der Walder Malteser zwischen den Jahren beste Unterhaltung. So auch heuer: Der Dreiakter „Die Erbtante aus Amerika“ hat bei der Premiere am Samstag die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Äußerste strapaziert.
Von unserer MitarbeiterinAnthia Schmitt
Knapp 400 Zuschauer und damit eine restlos ausverkaufte Zehn-Dörfer-Halle bilanzierte Kassierer Ralf-Peter Hipp bei der Premiere. Sie sollten nicht enttäuscht werden: Die Komödie „Die Erbtante aus Amerika“ von Willy Stock war ein Volltreffer hinsichtlich der Auswahl, die vor Monaten für die diesjährige Aufführung getroffen wurde, und sie wurde von den talentierten Akteuren der Malteser wieder einmal derart kurzweilig und amüsant präsentiert, dass kein Auge trocken blieb.
Pointe folgte auf Pointe, häufig gespickt mit eigenen witzigen Gags und lokalen Bezügen, die zusätzlich für Situationskomik und Erheiterung sorgten. Auch die Besetzung mit „alten Theaterhasen“ und den Neulingen Steffi Lernhart und Vanessa Ausfelder hätte komödiantischer nicht vorgenommen werden können. Drei Stunden lang Amüsement pur also, das die Zuschauer mit spontanen Lachsalven und häufigem Szenenapplaus quittierten.
Die „Hellsten“ sind Opa Hurgele (Clemens Veeser), sein Sohn Karl (Dieter Fox) und Enkel Thomas (Frank Krall) wirklich nicht. In der Männerwirtschaft der drei geht es drunter und drüber, am schlimmsten aber: Opa hat die Witwe seines Bruder in Kalifornien mit Bettelbriefen überhäuft und jede Menge haarsträubende Lügen in Richtung Amerika versendet, damit die guten Dollar dem Trio ein lustiges Leben ermöglichen. Mitten in diese Idylle überbringt Postbote Max (Michael Fox) das folgenschwere Telegramm. In vier Stunden reist Tante Barbara (Silvia Scholl) samt Tochter Lissy (Steffi Lernhart) an.
Die lieben Verwandten
Guter Rat ist jetzt teuer, wenn das Lügengeflecht nicht auffliegen soll: Für Karl muss in aller Eile eine Frau gefunden werden und für Thomas eine Braut, dazu eine Haushälterin und der Opa selbst muss verschwinden, denn der liegt eigentlich schon auf dem Friedhof. „Das wird probiert“, zerstreut Opa Hans, der auch künftig nicht auf den Geldsegen verzichten will, alle Bedenken seiner Nachkommen. Womit er nicht rechnet: Die mondäne amerikanische Verwandtschaft trifft früher ein und findet den Notizblock mit den geplanten Rettungsmaßnahmen.
Barbara ist erbost, doch Lissy hat eine Idee und die lässt die Männer samt Postbote Max vollends am eigenen Verstand zweifeln, denn plötzlich ist Karl seit zehn Jahren verheiratet und Thomas feiert am nächsten Tag mit einer wildfremden Frau Verlobung, obwohl Bärbel Wargele (Vanessa Ausfelder) und das schüchterne Fräulein Dipfele (Ramona Briehn) den Männern aus der Patsche helfen wollen. Ein Arzt muss her, um diesem Drama ein Ende zu bereiten, und wer eignet sich dafür besser als der angeblich mausetote Opa. Vollends komplett wird das Verwirrspiel, als Max in Hurgeles neuer Haushälterin Josephine seine verstorbene Frau wiedererkennt und schwört, nie mehr einen Schluck Alkohol anzurühren.
Mit langanhaltendem Beifall bedankten sich die Zuschauer für einen rundum gelungenen Theaterabend, zu dessen Erfolg nicht zuletzt das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Bühnenbild eines typischen Männerhaushalts und die Maskenbildnerinnen Elke Veeser und Brunhilde König betrugen. Eine zweite Aufführung der Komödie findet am Mittwoch, 6. Januar, in der Zehn-Dörfer-Halle statt. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. In den Pausen ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Mehr Bilder unter szon.de/pfullendorf
(Erschienen: 04.01.2010 17:30)
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